Tom Schätz schreibt in der manage it zum Thema Cyberresilienz:
Cyberresilienz ist eine Managementaufgabe, keine Produktsammlung. Firewalls, Virenschutz und Backups bilden nur die technische Basis. Entscheidend ist, ob Organisation, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege auch außerhalb regulärer Geschäftszeiten funktionieren.
Die Angriffserkennung entscheidet über das Schadensausmaß. Werden kompromittierte Konten, ungewöhnliche Zugriffe oder laterale Bewegungen nicht früh erkannt, können Angreifer über längere Zeit Rechte ausweiten, Daten kopieren und Sicherungssysteme kompromittieren.
Incident Response muss vorbereitet, autorisiert und eingeübt sein. Geschäftsführung, IT, Kommunikation und Recht benötigen verbindliche Rollen, erreichbare Ansprechpartner sowie dokumentierte Befugnisse. Das aktuelle Incident-Response-Modell des National Institute of Standards and Technology umfasst die Phasen Erkennen, Reagieren und Wiederherstellen, flankiert von kontinuierlicher Verbesserung.
Backups schaffen erst durch nachgewiesene Wiederherstellbarkeit Resilienz. Regelmäßige Sicherungen reichen nicht aus. Unternehmen müssen Wiederanlauf, Prioritäten, Abhängigkeiten und benötigte Zeiten unter realistischen Bedingungen testen und dokumentieren.
Cyberresilienz schützt vor allem den Geschäftsbetrieb. Im Mittelpunkt stehen die Fortführung kritischer Prozesse, ein kontrollierter Notbetrieb und die möglichst schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gliedert das IT-Notfallmanagement in Vorbereitung, Bereitschaft, Bewältigung und Nachbereitung.